Cannabis – Wundermittel oder Teufelsdroge?

Dienstag, 22.November 2016 von

Aktuelles, Aus dem Kreis

Euskirchen – Auf unserer diesjährigen Podiumsdiskussion zum Thema „Cannabis-Legalisierung“, am 14.10.2016 im Cityforum Euskirchen kam es zu einem guten Austausch und zu einer fairen und freundlichen Diskussion. Gemeinsam mit Jan Ingensiep, dem Sprecher der Initiative „Sozis für die Cannabis-Legalisierung“, unserer Bundestagsabgeordneten Helga Kühn-Mengel und Maria Surges-Brilon, der Leiterin der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Caritas Euskirchen, bestand die Möglichkeit Fragen zu klären und Argumente auszutauschen.

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Maria Surges-Brilon (v.l.), Fabian Nowald, Helga Kühn-Mengel und Jan Ingensiep mitten in der Diskussion

Eine der kontrovers diskutierten Fragen lautete: „Wie nützlich ist Cannabis als Medikament – und wie gefährlich als Einstiegsdroge?“. Dabei stellte sich vor allem von allen Seiten heraus, dass es keine schnellen Antworten geben kann, jedoch war man sich auch geschlossen einig darüber, dass es einen Kurswechsel in der Drogenpolitik geben muss. Die aktuelle Drogenpolitik zeichnet sich hauptsächlich durch eine zu hohe Regression und eine viel zu geringe Prävention aus. Eine Erhöhung der Präventionsangebote wurde daher, sowohl von Helga Kühn-Mengel, als auch von Maria Surges-Brilon gefordert, um schon in frühen Jahren Schülerinnen und Schüler vor gefährlichen Suchtkrankheiten aufzuklären und gegen die Drogen stark zu machen.

Auch für uns Jusos ist dieser Weg der einzig richtige, weswegen wir auch anlässlich der Veranstaltung Beutel mit Infomaterial zum Cannabis und Drogen- / Suchtkonsum verteilt haben. Neben der Diskussion über eine bessere Prävention stand die Frage nach Cannabis als Medikament ebenfalls stark im Vordergrund. Diese Forderung ist keines Falls neu, umso erschreckender ist es das es auch in dieser Frage immer noch einen Stillstand gibt, welcher vielen Menschen zum Verhängnis wird.

Unsere mit Infomaterial prall gefüllten Juso-Jutebeutel

Unsere mit Infomaterial prall gefüllten Juso-Jutebeutel

Derzeit gilt, dass Schmerz-, Krebs- oder MS-Patienten erst „austherapiert“ sein müssten, also alle anderen medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft haben müssten, ehe sie Cannabis als Medikament nutzen dürften. Jan Ingensiep machte dabei darauf aufmerksam, dass das in ganz vielen anderen Ländern weltweit anders aussieht. So sei Israel in diesem Bereich ein Vorbild, da die Nutzung von Cannabis als Schmerzmittel dort wesentlich erleichtert wäre. Nach rund zwei Stunden intensiver Diskussion war die Veranstaltung dann abgeschlossen und die rund 25-30 Gäste gingen nach Hause.

Offen bleibt, gerade nach Diskussionsveranstaltungen, meist die Frage, wie es danach weitergeht. Für uns steht zunächst einmal fest, dass wir nächstes Jahr, aufgrund der guten Resonanz, wieder eine Diskussion veranstalten werden. Vorschläge für Themen nehmen wir gerne entgegen. Des Weiteren werden wir uns für eine bessere Prävention und einen offeneren Umgang mit dem Thema Drogen und Sucht einsetzten. Der aktuelle Stillstand sorgt für keine Lösung von vorherrschenden Problemen, sondern nur zur Verschärfung einer regressiven Drogenpolitik.

Den Artikel der Kölnischen Rundschau zu unserer Diskussion findet ihr hier.

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