Lebhafte Diskussionen über Europa im City-Forum

Mittwoch, 16.April 2014 von

Aus dem Bund, Aus dem Kreis

Euskirchen. Auf Einladung der Jungsozialisten (Jusos) im Kreis Euskirchen und der SPD Euskirchen war die NRW-Europaministerin Dr. Angelica Schwall-Düren zu Gast im Euskirchener City-Forum.

Dort diskutierte sie gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Helga Kühn-Mengel, der Europakandidatin Tine Hørdum und den rund 40 Anwesenden über die Bedeutung Europas für den Kreis Euskirchen. „Wir müssen Europa neu denken“, forderte Schwall-Düren gleich zu Beginn der Veranstaltung. Ziel müsse es sein, die Europäische Union demokratischer und transparenter zu gestalten. „Die Europawahl in diesem Jahr ist anders als alle davor. Erstmals haben die Bürgerinnen und Bürger nun die Chance, den Kommissionspräsidenten direkt mitzubestimmen.“ Doch auch an anderen Stellen, so die Ministerin weiter, seien Reformen notwendig: „Die EU muss nicht alles regeln. Aber wir dürfen Europa auch nicht von Rechtspopulisten kaputt reden lassen.“ Schwall-Düren gab außerdem der Bundes- und Landesebene eine Mitschuld am schlechten Ruf Europas: „Immer wenn im Landtag
oder Bundestag unangenehme Entscheidungen anstehen, wird gerne auf die EU verwiesen. Das ist EU-Bashing, das keinem hilft.“

Auch zur aktuellen Krise in der Ukraine nahm die Ministerin Stellung. Schwall-Düren: „Ich finde den besonnenen Kurs der Bundesregierung richtig. Die Diplomatie darf in dieser Krise nicht abreißen.“ Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass wirtschaftliche Sanktionen folgen müssten, wenn Russland nicht einlenken sollte.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Juso-Kreisvorsitzenden Emmanuel Kunz. Er betonte in seiner Begrüßung die vielen Vorteile, die ein geeintes Europa gerade für junge Menschen biete. „Wir leben heute in einem Europa der freien Grenzen, in dem Reisen und Auslandsaufenthalte kein Problem mehr darstellen. Diese neuen Möglichkeiten hatten viele Generationen vorher noch nicht“, so Kunz.

Zum Abschluss des Abends stellte die Europakandidatin Tine Hørdum (30) die Strategie der SPD für die Europawahl vor. „Es ist falsch den Menschen zu sagen, dass alles gut ist in Europa. Wir müssen Fehler und Bedenken ernst nehmen. Unsere Lösung heißt, dass sich Europa von unten aufbauen muss. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, sein Europa selbst mitzugestalten“, so Hørdum. Sie zeigte außerdem die Tragweite europäischer Entscheidungen auf: „Wenn im EU-Parlament über die Privatisierung der Wasserversorgung entschieden wird, dann hat das auch große Auswirkungen für den Kreis Euskirchen.“

Die Europawahl findet in diesem Jahr, anders als noch 2009, gemeinsam mit der Kommunalwahl am 25. Mai statt. Dann sind alle EU-Bürger ab 18 Jahren dazu aufgerufen, über ein neues Europäisches Parlament zu bestimmen.

„Europa neu denken“ will die Europakandidatin Tine Hørdum

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