Pressespiegel: Mehr Gemeinsamkeiten als gedacht

Montag, 10.Juni 2013 von

Aus dem Kreis

Erstmals fand ein gemeinsamer Stammtisch der politischen Nachwuchsorganisationen statt

EIFELLAND. Es wurde diskutiert, beraten und beschlossen. Das allein wäre nichts besonderes, wenn nicht erstmals die Vertreter der politischen Jugendorganisationen im Kreis Euskirchen an einem Tisch gesessen hätten.

Sebastian Klick, Vorstandsmitglied der Grünen Jugend, und Emmanuel Kunz, Vorsitzender der Jungsozialisten (Jusos), hatten zu dem Stammtisch alle Jugendorganisationen der im Bundestag vertretenen Parteien ins Mechernicher „Magu“ eingeladen. Vertreten waren die Junge Union der CDU, die Jusos der SPD, die Jungen Liberalen der FDP, die Grüne Jugend sowie später am Abend auch die Linksjugend namens „Solid“.

Einzig die Piratenpartei war nicht eingeladen worden, „da sie keine richtige Jugendorganisation hier im Kreis haben“, begründete Kunz. Durch die Veranstaltung wollten die jungen Politiker Anknüpfungspunkte zwischen den Jugendorganisationen finden und ein Zeichen setzen: „Politikverdrossene Jugend?! Von wegen!“ – so die Überschrift der Veranstaltung.

Meinungsaustausch mit der Option auf weitere Zusammenarbeit: Zu einem Stammtisch, den Emmanuel Kunz (l.) und Sebastian Klick (2.v.l.) initiierten, kamen die Vertreter der politischen Jugendorganisationen aus dem Kreis zusammen (Foto: Röder).

Kunz zeigte sich überzeugt: „Es gibt sie, die jungen Leute, die im Kreis noch Politik machen.“ Deshalb habe man den Stammtisch für alle politisch interessierten Jugendlichen und Jugendparteien angeboten.

Allerdings müssen die Organisatoren auch zugeben, dass parteilose Jugendliche nicht vertreten waren. Trotzdem war der Stammtisch aus Sicht der Initiatoren ein Erfolg. Denn schnell stellte sich an diesem Abend heraus: Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein gemeinsames Thema. „Da liegen wir nicht so weit auseinander“, lautete der Tenor der jungen Politiker: „Lieber gemeinsam an einem Strang ziehen, da haben wir doch mehr Kraft.“

In den Details gab es jedoch ebenso unterschiedliche wie parteipolitisch geprägte Sichtweisen. „Natürlich wurde auch kontrovers über einzelne Themen diskutiert, was aber in einer sehr angenehmen und fairen Atmosphäre geschehen ist“, so Kunz.

So sprach sich Sebastian Klick als Vertreter der Grünen Jugend für den weiteren Ausbau der Bördebahn von Düren nach Aachen aus. Demgegenüber führte Georg Tulbure, der stellvertretender Vorsitzende der Jungen Union, wirtschaftliche Gründe, die dagegen sprächen, ins Feld.

Am Ende des Stammtischs verständigten sich die Teilnehmer darauf, ein solches Treffen mindestens ein Mal jährlich zu veranstalten. „Außerdem werden wir uns bereits kurz nach der Bundestagswahl zusammensetzen, um ein erstes gemeinsames Projekt anzustoßen“, kündigte Kunz an.

Gemeinsam wollen sich dann die Vertreter der Jugendparteien konkret für eine Nacht-Verbindung zwischen Köln und Kall einsetzen, die es zumindest an den Wochenende ermöglicht, zu später Stunde mit dem ÖPNV zurück in den Kreis Euskirchen zu kommen.

Darüber hinaus ist ein gemeinsamer Wahlaufruf zur Europawahl 2014 angedacht und vielleicht wird auch eine gemeinsame Blutspende-Aktion geplant. „Alles in allem sind wir als Initiatoren sehr zufrieden mit diesem Abend, weil er zeigt, dass es über Parteigrenzen hinweg doch auch einige gemeinsame Vorstellungen in der Jugendpolitik gibt, für die wir uns nun zusammen stark machen wollen.“

(Von KIRSTEN RÖDER aus der Kölnischen Rundschau vom 10.06.2013)

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