Gesundheit nur für Reiche?!

Mittwoch, 3.April 2013 von

Aus dem Bund

Gastbeitrag von Bettina Schulze

Wer kennt das nicht. Als gesetzlich Versicherte zum Arzt oder Ärztin gehen und feststellen, dass andere viel schneller dran kommen, eher einen Termin bekommen und besser behandelt werden. Das 2-Klassen-Gesundheitssystem in Deutschland, das zwischen privat Versicherten auf der einen und gesetzlich Versicherten auf der anderen Seite unterscheidet, sorgt dafür, dass Patienten und Patientinnen unterschiedlich behandelt werden. Die Honorarordnung für Ärzte und Ärztinnen sorgt dafür, dass diese an Privatpatienten und Privatpatientinnen besser verdienen und sich deshalb lieber in Regionen ansiedeln, in denen viele Privatpatientinnen und Privatpatienten leben. Ärmere und strukturell schwächere Regionen werden in diesem System trotz zentraler Bedarfsplanung schlechter versorgt.

Die Bürgerversicherung: Großer Zuspruch in der Bevölkerung

Die SPD möchte diesen Zustand mit der Einführung der Bürgerversicherung beenden. Eine Idee, die in der Bevölkerung großen Zuspruch findet und auch im SPD Bürgerdialog vorgebracht wurde. Die Idee der Bürgerversicherung ist nicht neu. Schon seit vielen Jahren gibt es zur Einführung der Bürgerversicherung eine klare Beschlusslage in der Partei. Nun floss diese Idee auch in das Regierungsprogramm ein. Vollkommen zu Recht. Die Bürgerversicherung ist eine Idee mit der die SPD bei der Bevölkerung punkten kann und die endlich in das Gesundheitssystem mehr Gerechtigkeit bringt. Auch Beamte, Selbstständige und Gutverdienende sollen in die Bürgerversicherung einzahlen und sich damit endlich am Solidarsystem beteiligen. Es muss endlich Schluss sein mit der 2-Klassen Medizin.

Zunehmende Endsolidarisierung im Gesundheitssystem beenden

Die SPD setzt im Regierungsprogramm auch an anderen Stellen im Gesundheitsbereich auf Solidarität. Die Prävention soll ausgebaut werden. Das bedeutet schon früh in Kitas, Schulen und Betrieben Krankheiten vorzubeugen, ehe Krankheiten entstehen. Ein Ansatz der richtig ist. Gerade im beruflichen Bereich nehmen die psychischen Erkrankungen zu. Hier muss endlich gehandelt werden. Die SPD muss aber auch dafür sorgen, dass die vielen Zuzahlungen abgeschafft werden. Sie treffen vor allem die Menschen, die es sich nicht leisten können, bei Brillen oder teuren Medikamenten in die eigene Tasche zu greifen. Es muss gelten: Jeder und jede bekommt die medizinische Behandlung, die er oder sie braucht. Das Regierungsprogramm der SPD ist hierbei auf dem richtigen Weg.

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