Mitgliederblog: Wasser ist ein Menschenrecht

Mittwoch, 13.Februar 2013 von

Aus dem Bund

Es gibt wohl kaum jemanden, der in den vergangenen Wochen noch nicht mit diesem Thema konfrontiert wurde. „Wasser ist ein Menschenrecht – Right 2 Water“ nennt sich die Initiative, die seit geraumer Zeit Unterschriften gegen die Privatisierung von Wasser sammelt.

Das Volksbegehren hat die Hürde von mindestens einer Millionen Unterschriften auch tatsächlich erreicht. Zur Zeit sind es sogar mehr als 1.071.000 Menschen, die mit ihrer Unterschrift die Privatisierung von Wasser verhindern wollen.

Die Idee der Europäischen Kommission ist es dabei, die Wasserversorgung nicht mehr von Kommunen und Städten regeln zu lassen, sondern viel mehr von privaten Unternehmen. Das Hauptargument, das dafür genannt wird, ist die Verbesserung der Wasserversorgung, da private Unternehmen mehr Geld zur Verfügung haben, das sie in den Ausbau der Versorgung investieren können. Dass dieses Geld sicher nicht dafür ausgegeben wird, zeigen erschreckende Beispiele aus den letzten Jahren und Jahrzenten. In Städten wie Buenos Aires, Accra oder Cocha-Bamba hat die Privatisierung von Wasser sogar zur Verschlechterung der Qualität beigetragen. In letzterer Stadt führte diese Maßnahme schließlich sogar zu Straßenschlachten.

Wenn Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe in „We feed the world“ so schön sagt, dass man allen Dingen auf der Welt einen Wert zukommen lassen soll, damit bewusst damit umgegangen wird, meint er vermutlich viel mehr, dass sein Portemonnaie sich sicher freuen wird, wenn man auch noch Wasser teuer verkaufen kann. Private Unternehmen fühlen sich sicher nicht ethisch dazu verpflichtet Menschen in ärmeren Regionen den Zugang zu Wasser zu erleichtern.

Ihr Ziel ist es möglichst hohen Gewinn zu machen. Der Preis von Wasser ist in einigen Ländern, deren Versorgung bereits privatisiert ist, um bis zu 400% gestiegen. Und die Qualität nimmt ab, da das Wasser zum Beispiel lieber mit Chlor behandelt wird, als die Rohrsysteme regelmäßig zu sanieren.

Und da bereits jetzt etwa 2,6 Milliarden Menschen keine grundlegende sanitäre Versorgung haben, muss man sich fragen, wie hoch die Zahl nach der Privatisierung sein wird. Wenn so viele Menschen keine Mittel zur Verfügung haben, um sich ausreichend mit Wasser zu versorgen, verbessert die Tatsache, dass der Preis vielleicht bald in die Höhe schnellen wird, dieses Problem sicher nicht.

Wenn man von dieser Idee hört – Wasser, eine natürliche Ressource, die jedem Menschen zur Verfügung steht, teuer zu verkaufen – muss man sich fast schon ein wenig zynisch fragen wann jemand auf den Geniestreich kommt Luft zu verkaufen.

 

Wasser ist ein Menschenrecht – und soll es auch bleiben.

 

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