BuKo 2012: ein tolles Erlebnis

Dienstag, 20.November 2012 von

Aus dem Bund

Am 16. November 2012 startete also ein weiterer Bundeskongress der Jusos, dieses Mal in Magdeburg. Um 15 Uhr ging es los.

Der Kongress startete mit einigen Grußworten von verschiedenen politischen Größen aus Sachsen-Anhalt, bis es schließlich zum Politischen Berichts des Juso-Vorsitzenden Sascha Vogt kam. In seiner Rede sprach er unter anderem das Betreuungsgeld, den Kampf gegen Rechts, die Eurokrise und das Asylrecht an. Er lobte die Arbeit, die die Jusos in vielen Bereichen bereits geleistet haben und verwies dabei auch auf einige Erfolge, die bereits erreicht wurden. So zum Beispiel eine europaweite Kampagne namens „Rise up“, die mit vielen europäischen Partnerorganisation auf die Beine gestellt worden ist und sich dagegen ausspricht, dass die Folgen der Eurokrise auf dem Rücken der Jugend ausgetragen wird. Aber trotzdem wies er darauf hin, dass es noch ein langer Kampf sein wird, den wir gemeinsam in den verschiedensten Bereichen führen müssten, um das Leben eines jeden so fair, wie möglich gestalten zu können. Natürlich müsse man dafür als erstes die jetzige Regierung im nächsten Jahr ablösen.

Nach einer kurzen Aussprache, begann dann endlich die Antragsberatung. Dieses Mal wurde dazu ein neues System eingeführt, bei dem auf einer Leinwand immer angezeigt wurde, welcher Antrag im Moment besprochen wurde und welcher als nächstes folgen würde. Dass war nicht nur für mich als Neuling eine gute Hilfestellung. Zudem konnte diesmal jeder Landesverband einen seiner Anträge priorisieren, womit dafür gesorgt wurde, dass mindestens ein Antrag jedes Verbandes behandelt wurde. Bis in den späten Abend behandelten und diskutierten wir nun Anträge, mal mehr mal weniger kontrovers. Es wurde spät, aber langsam näherte man sich dem Ende des Kongresses für den ersten Tag und so manch einer sehnte sich schon nach der traditionellen NRW-Party. Nach einem kurzen Abstecher zum Hotel, ging es also zum „Puppentheater“ in der gemeinsam mit der NRW Delegation und Leuten aus anderen Bundesländern ein gemütliches Zusammensein stattfand.

Leider musste der Abend schon relativ früh enden, denn der nächste Kongresstag stand ja schon vor der Tür. Und was für einer! Auf der Tagesordnung fand man neben Reden von Sigmar Gabriel und Manuela Schwesig, auch eine Rede von Peer Steinbrück. Darauf waren nicht nur wir Jusos, sondern auch die Presse sehr gespannt. Das freute viele natürlich, als aber dann auch noch die „Heute Show“ in Form von Carsten von Ryssen auftauchte, lief man die ganze Zeit Gefahr ungewollt Teil eines Interviews zu werden. Ich für meinen Teil jedenfalls schaffte es erfolgreich seinem Mikrofon nicht begegnen zu müssen.

Abseits von dieser medialen Aufmerksamkeit ging es weiter mit der Antragsberatung, bis schließlich Sigmar Gabriel, als erster Gastredner dieses Tages ans Rednerpult trat. In seiner Rede sprach er über das neue Rentenkonzept der SPD und kritisierte dabei gleichzeitig das der Regierung, die das Problem mit einer sogenannten Lebensleistungsrente lösen wollen. Zudem betonte er noch einmal die Wichtigkeit der Einführung eines Mindestlohnes. Wie solle sich das Problem von Altersarmut lösen, wenn manche Menschen schon während ihres Arbeitsleben nicht von ihrem Gehalt leben können, war dabei einer seiner Ansätze.

Viele Punkte seiner Rede stießen dabei auf große Zustimmung, jedoch gab es auch einige Differenzen. So kritisierten nachträgliche Wortbeiträge die Kanzlernominierung und und den Namen der 150 -Jahr- Feier der SPD, der von der SPD Führung zum „Deutschlandfest“ gekürt worden war. Viele der Jusos fanden den Namen unpassend, doch Sigmar nannte diese Diskussion schlichtweg lächerlich. Aber nun ja, so ist er wohl, der Sigmar.

Nach der Rede von Sigmar ging es wieder weiter mit ernsthafter Antragsberatung, bis sich schließlich der nächste Gast mit Manuela Schwesig ankündigte. Ihre Rede konzentrierte sich besonders auf die Anliegen der Jugend. Sie betonte, dass es besonders wichtig ist Jugendliche bereits früh mit einzubeziehen und Verantwortung zu übertragen. Sie verwies dabei auf den Jugendbildungsplan, den sie gemeinsam mit Sascha Vogt erarbeitet hat und der unter anderem ein Wahlrecht ab 16 vorsieht.

Die Rede von ihr stieß durchweg auf positive Reaktionen.

Es folgte ein weiterer Teil der Antragsberatung, bis dann endlich Peer Steinbrück eintraf, der besonders von der Presse heiß erwartet wurde. Aber auch die Jusos waren gespannt auf seine Rede. Schließlich gilt er nicht als sonderlich beliebt unter den unseren und so wunderte er sich auch über den doch sehr euphorischen Empfang. In seiner Rede betonte er unter anderem die besondere Bedeutung der Jusos für den Wahlkampf. Im weiteren Verlauf ging es insbesondere um finanzpolitische Themen, wie die Finanztransaktionsteuer. Im allgemeinen wurde die Rede erstaunlich positiv aufgenommen, aber natürlich gab es auch einige kritische Beiträge. So wurde darauf hingewiesen, dass die Jusos bereits vor Jahren eine Transaktionssteuer forderte, sie damals von Peer Steinbrück nur belächelt wurde. Im Gegensatz dazu gab es auch geradezu zärtliche Beiträge, wie zum Beispiel ein Mädchen, das sagte: „Peer, für mich bist du mein Kanzler.“

Damit endete dann auch das Highlight des Tages und die Presse entschied sich langsam das Feld zu räumen. Es folgte noch weitere Antragsberatung und eine Rede des Vorsitzende der Jungsozialisten in Frankreich Thierry Marchal-Beck. Er unterstrich, dass es besonders in diesen Zeiten wichtig ist, in Europa zusammenzuhalten.

Damit war dann auch der 2. Tag des BUKO vergangen und alle hatten nur noch die große Party vor Augen, die natürlich zu jedem Buko dazugehört. Es wurde bis spät gefeiert und nur das Wissen am nächsten Tag wieder um 7 Uhr aufstehen zu müssen, vermieste ein wenig die Stimmung. Die Wirkung davon konnte man auch am nächsten Tag in der Kongresshalle sehen. Da waren doch so einige, die den Schlaf versuchten auf der Tischplatte nachzuholen.

Zum Ende des Bundeskongresses wurde dann noch gemeinsam mit Andrea Nahles über den Wahlkampf 2013 gesprochen, in dem sie es schaffen möchte, gemeinsam mit uns, 4 Millionen Hausbesuche durchzuführen.

Nach einer weiteren Phase der Antragsberatung, folgte schließlich Sascha Vogt mit seinem Schlusswort. Er lobte die angeregten Diskussionen und stellte fest, dass nicht nur aus jedem Landesverband oder Bezirk Anträge besprochen, sondern auch beschlossen wurden.

Damit endete ein langes und aufregendes Wochenende. Besonders für einen wie mich, der zum ersten Mal dabei war, war es interessant Einblicke in die ganzen Abläufe zu bekommen und sich mit den verschiedensten Themen zu beschäftigen. Ich kann es nur jedem empfehlen, mal an einem Bundeskongress teilzunehmen.

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