Teilnahme an der 10. Kölner Ringvorlesung Gesundheitsökonomie zum Thema „Bürgerorientiertes Gesundheitswesen“ mit Sigmar Gabriel

Freitag, 18.November 2011 von

Aus dem Bund

Am 16. November fand im Kölner Uniklinikum die 10. Kölner Ringvorlesung zum Thema „Bürgerorientiertes Gesundheitswesen“ statt, bei der auch die Jusos Euskirchen vertreten waren.

Redner waren u. a. unser Parteivorsitzender Sigmar Gabriel und Karl Lauterbach, der SPD – Gesundheitsexperte. Sie erklärten die Missstände im derzeitigen Gesundheitssystem und präsentierten den Zuhörern anschaulich Lösungsansätze der SPD.

Dabei machte Sigmar Gabriel deutlich, dass die Gesundheitspolitik ein besonders schwieriges Feld sei, da in nahezu keinem andern Bereich der Politik so viele Lobbyinteressen mit einspielen. Er verwies auf Untersuchungen, wonach es eine enorme Ungleichheit in der Behandlung von Privatpatienten und gesetzlich versicherten Patienten gibt, da diese oft doppelt so lang auf einen Termin warten müssen, weshalb Gabriel von einer „Zwei-Klassen-Medizin“ sprach.

Um diese zu überwinden, muss es wieder eine bessere Verteilung der Ärzte geben, da in strukturschwachen Gegenden meist ein Ärztemangel besteht, während es in anderen Regionen teilweise zu viele Ärzte gibt. Als Grund hierfür führte Gabriel die unterschiedlichen Ärztehonorare auf, da Ärzte ein höheres Honorar aus der Behandlung von Privatpatienten bekommen und somit sich hauptsächlich dort niederlassen, wo es einen relativ hohen Anteil an privat versicherten Patienten gibt.

Karl Lauterbach stellte das SPD – Modell der „Bürgerversicherung“ vor, das dem entgegen wirken und für ein gerechteres Gesundheitssystem sorgen soll. Dabei prangerte er die von der Bundesregierung beschlossene „Kopfpauschale“ an, die besonders Bürger mittleren Einkommens stark belastet.

Das Gegenmodell der SPD sieht dabei vor, eine paritätische Verteilung des Versicherungsbeitrags von Arbeitnehmern und Arbeitgebern herzustellen, die durch steigende steuerliche Zuschüsse ergänzt wird. Außerdem möchte die SPD das Honorar, das Ärzte aus der Behandlung von gesetzlich  Versicherten erhalten, anheben und das Honorar aus Behandlungen von Privatpatienten angleichen. Nur so kann eine tatsächlich gleiche Behandlung von Privat- und Kassenpatienten hergestellt werden und es für Ärzte wieder reizvoll sein, sich auch in strukturärmeren Regionen niederzulassen.

 

Die SPD sieht in diesem Modell eine stärkere Gleichberechtigung der Patienten. Auch wir Jusos aus dem Kreis Euskirchen, die als ländliche Region besonders von den strukturellen Defiziten im  Gesundheitssystem betroffen sind, sprechen uns gegen eine ungleiche Behandlung von Patienten und gegen eine Zwei-Klassen-Medizin aus!

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