Bildung

Montag, 26.April 2010 von

Positionen

Was die Jusos im Kreis Euskirchen zum Thema Bildung sagen:

Bildung ist der Grundstein für ein wirtschaftlich starkes und konkurrenzfähiges, sowie gesellschaftlich tolerantes und stabiles Deutschland.

Bildung gibt Kindern Chancen im späteren Berufsleben und hilft, Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren.

Da Bildungspolitik auf Länderebene bestimmt wird, ist sie der zentrale Kern einer zukunftsweisenden Landespolitik. Denn: Bildung sichert die Zukunft unserer Gesellschaft.

Die Landtagswahl ist demnach für die zukünftige Ausrichtung der Bildungspolitik in NRW von entscheidender Bedeutung. Wollen wir eine Bildungspolitik, die die Chancen der Kinder vom Geldbeutel der Eltern abhängig macht? Oder wollen wir eine integrierende Bildungspolitik, die das Potenzial der Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten und jeglicher Herkunft ausschöpft? Die SPD und die Jusos im Kreis Euskirchen stehen für letztere Variante! Was das für die einzelnen Bildungseinrichtungen bedeutet, und wie dies konkret umzusetzen ist, soll an dieser Stelle ausgeführt werden.

Frühkindliche Bildung in unseren Kindergärten!

© G. Krulis/ www.fotocommunity.de

Bildung beginnt schon im frühen Kindesalter!

Als Kind lernt man besonders Sprachen am schnellsten. Deswegen soll schon im Kindergarten mit frühkindlicher Lernförderung begonnen werden. Durch Förderung des Erlernens der deutschen Sprache ermöglicht man insbesondere Kindern mit Migrationshintergrund bessere Startbedingungen für die spätere Schullaufbahn. Diese Form der Sprachförderung muss in allen Kindergärten verstärkt ausgebaut werden. Darüber hinaus ist es im Sinne der Integration auch gewinnbringend, wenn Kinder aus einer Migrantenfamilie die Muttersprache ihrer Eltern beherrschen. Die Kommunikation innerhalb der Familie wird auf diese Weise entschieden befördert.

Ein qualifiziertes und flexibles Angebot in den Kindertageseinrichtungen ist Grundvoraussetzung für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern. Wir fordern deshalb eine Aufwertung des Erzieher-Berufs durch ein Fachhochschulstudium (mit anschließend entsprechender Bezahlung), ausgedehntere Öffnungszeiten der Einrichtungen und den konsequenten Ausbau von U 3-Plätzen. Die bisherigen Bemühungen des Landes waren an dieser Stelle nicht ausreichend.

Eine wichtige Einsicht ist für eine zukunftsfähige Bildungspolitik unabdingbar: Wenn Frühkindliche Bildung im Kindergarten beginnt, dann dürfen für den Besuch dieser Einrichtung keine Gebühren erhoben werden.

Deshalb setzen wir Jusos uns ausdrücklich für beitragsfreie Kindergärten ein!!!


© W. Stüßer/ www.fotocommunity.de

Schulen, die kein Kind zurück lassen!

Eine gute Schulbildung ist zukunftsweisend für alle Schülerinnen und Schüler. Im Hinblick auf ihre späteren Chancen im Berufsleben sowie die Befähigung zu einem selbstbestimmten Leben ist sie unverzichtbar.

Wir brauchen kleinere Klassen und ein breiteres Nachmittagsbetreuungsangebot, um Schülerinnen und Schüler individuell fördern und fordern zu können. Dazu gehört es sowohl Schwächeren zu helfen als auch Stärkere zu fördern und ihre Fähigkeiten zu vertiefen.

Die Nachmittagsbetreuung muss von qualifiziertem Personal geschultert werden und dadurch ein Mehrwert für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler sein.

Daneben sollte es an jeder Schule einen Schulpsychologen als Ansprechpartner für die Probleme der Jugendlichen geben. Diese Aufgabe darf nicht auf die Lehrerinnen und Lehrer abgewälzt werden.

Um den Druck, der durch G 8 auf Schülerinnen und Schüler in den Gymnasium aufgebaut wurde,  zu mindern muss der Lernstoff an das ‚‚Turbo-Abi’’ angepasst werden. Die Kernlehrpläne müssen so gestaltet werden, dass ein exemplarisches Lernen an die Stelle der großen Stofffülle tritt.

Im Jahr 2013 drängt ein doppelter Abiturjahrgang auf den Ausbildungsmarkt und an die Universitäten im Land. Bereits jetzt müssen deshalb Konzepte entwickelt werden, wie diesen Abiturienten ausreichend Studien- und Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden können. Die öffentliche Hand muss dabei ein Vorbild für Unternehmen der freien Wirtschaft sein und in diesem Jahr verstärkt ausbilden.

Wir wollen Fairness und Chancengleichheit an unseren Schulen!

Durch längeres gemeinsames Lernen und Abschaffen der Kopfnoten verhindern wir, dass unsere Schülerinnen und Schüler schon frühzeitlich in Schubladen gesteckt werden. Der individuellen Entwicklung eines jeden Kindes muss Rechnung getragen werden. Nicht jedes Kind entwickelt sich im gleichen Tempo oder auf die gleiche Art und Weise. Inzwischen entscheiden die Grundschullehrerinnen und –lehrer über die Form der weiterführenden Schule, die ein Kind besucht. Das dreigliedrige Schulsystem ist nicht durchlässig genug. Auf neun Absteiger kommt in diesem System lediglich ein Aufsteiger. Gleiche Bildungschancen werden den Schülerinnen und Schülern so nicht eingeräumt. Wir stehen für ein längeres gemeinsames Lernen! Nur so kann allen Schülerinnen und Schüler eine Perspektive geboten werden.

Studium für alle!

© Tobias Nackerlbatzl / www.fotocommunity.de

Viele Akademiker machen unser Land konkurrenzfähiger und wirtschaftlich stark! Den Zugang zum Studium muss jedem mit den entsprechenden Fähigkeiten gewährt werden. Das gilt sowohl für alle Abiturienten als auch für die Handwerksmeister in den entsprechenden Ingenieursstudiengängen.

Studiengebühren halten gerade talentierte junge Menschen aus sozial schwächeren Familien vom Studium ab. Wir können uns es jedoch auf Dauer nicht leisten, diese Potenziale zu verschwenden. Die Abschaffung von Studiengebühren ist ein bildungspolitisches Muss!

Zu einer Hochschule für alle zählt darüber hinaus die entbürokratisierte Vergabe von elternunabhängigem Bafög.

Außerdem dürfen wir unsere Universitäten nicht verkommen lassen.

In überfüllten Höhrsäälen, in denen schon die Lampen von den Decken fallen können keine qualifizierten Leute ausgebildet werden.

Auch am Studieninhalt muss gearbeitet werden.

Die Vielfalt der Studiengänge, besonders die der Geisteswissenschaften, muss erhalten werden, während die Inhalte der Studiengänge an das neue Bachelor/Master-System angepasst werden muss.

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