Orient in Ehrenfeld entdecken

Sonntag, 14.März 2010 von

Aus dem Kreis

Jusos lernen Kölner Stadtteil von unbekannter Seite kennen
Jusos bei der Stadtführung in Köln-Ehrenfeld
Höhepunkt der Stadtführung: Besuch der bosnisch-muslimischen Moschee

„Orient in Ehrenfeld“ – unter diesem geheimnisvollen Titel stand die Stadtführung, an der am Samstag, dem 23. Januar, zehn Jusos aus dem Kreis teilnahmen. Der Name ludt zu Spekulationen ein. Werden Moscheen besucht? Öffnen Kulturvereine die Türen?

Ziemlich schnell wurde klar, dass „Orient in Ehrenfeld“ an manchen Stellen weniger zutrifft. Denn unter Stadtführer Markus Thulin erlebten wir Ehrenfeld als multikulturellen Stadtteil. Schon die erste Anlaufstelle, die Kindertagesstätte Ehrenfeld des Arbeitskreises für das Ausländische Kind e.V. Köln, zeigte die Mannigfaltigkeit an Kulturkreisen, die in diesem Kölner Stadtviertel aufeinandertreffen. Dort sprechen zum Beispiel Raupe Nimmersatt und der Nikolaus Türkisch, außerdem werden Kinder mit Wurzeln aus mittlerweile acht verschieden Nationen dort betreut.

Vorbei an einem Leuchtturm, der als Wahrzeichen einer Glühbirnenfirma in Ehrenfeld zurückblieb, und dem größten italienischen Supermarkt in Deutschland, empfing die bosnisch-muslimische Moschee uns Euskirchener Jungpolitiker. Für viele von uns war es der erste Besuch eines muslimischen Gotteshauses und darum besonders beeindruckend. Während uns die fünf Säulen des Islams vorgestellt wurden, beteten drei Muslime in der Moschee zu Allah. Das mit Ornamenten verzierte, gelblich-beige Gebetshaus auf dem ehemaligen Gewerbegelände ist umgeben von anderen Gebäuden der bosnischen Kulturgemeinschaft, einem Café und einem Wohnhaus.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einer türkischen Backstube, uns süße Blätterteig-Pistazien-Happen kredenzte, fanden wir uns vor der Redaktion der „Zaman“, der türkischen Version der Zeitung „Die Zeit“, wieder.

Natürlich durfte bei dem Rundgang auch nicht die Baustelle der neuen türkischen Moschee fehlen, die heftig diskutiert wurde. Von dort aus ging es zum letzten Anlaufpunkt. In der Bibliothek des kurdischen Kulturvereins lernten wir Jusos den türkisch-kurdischen Konflikt über persönliche Eindrücke eines Betroffenen kennen.

Die Führung „Orient in Ehrenfeld“ eröffnete allen Teilnehmern neuartige Eindrücke in eine fremde Kultur im eigenen Land, und zeigte Wege zum gemeinsamen Dialog und Kennenlernen. Darum hieß es im kurdischen Kulturverein – wie an allen anderen Besichtigungspunkten auch: „Ihr seid alle herzlich eingeladen, wiederzukommen!“

Wir werden dies ernst nehmen und uns weiterhin für einen interkulturellen Dialog einsetzen!

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