Ein Projekt für´s Leben

Mittwoch, 31.März 2010 von

Aus dem Kreis

Die Jusos, Uwe Schmitz und die Mitglieder des "Eifelhaus Lanzerath e.V."

Mitten in Lanzerath, einem der entlegensten Flecken des Kreises Euskirchen, steht ein Haus mit viel Potenzial. Das Hufeisen-förmige Gebäude birgt Flure-lange Übernachtungs-möglichkeiten und Etagen-weise Veranstaltungsräume. Angelika Kohlgraf, Marco Kohn, Lena Häfner, Carina Elgner und Mark Oliver Ehrentheit haben das Potenzial dieses Hauses erkannt und sich ein Projekt für´s Leben geschaffen. Sie gehören zu den Personen, die den gemeinnützigen Verein „Eifelhaus Lanzerath e.V.“ gründeten und seitdem am Entstehen des Kinder- und Familienerholungsheim werkeln.

Ein Bild dieses Mammutprojekts machten sich die Jusos Euskirchen mit dem Landtagswahlkandidaten Uwe Schmitz am 13. April und waren beeindruckt, mit wie viel Elan das Eifelhaus Lanzerath ins Leben gerufen wird.

Eine kleine Geschichte des Vereins

Bis 2004 beherbergte das Gebäude ein Altenheim unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Nach dessen Schließung wurde kurze Zeit überlegt, was aus dem Gebäude gemacht werden konnte. Und da erkannten sie die Einzigartigkeit der Stunde, wie Angelika Kohlgraf den Jusos während der Besichtigung des Gebäudes erzählte.

Eine Seite des Eifelhaus Lanzerath.

In ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin lernte sie oft Familien kennen, die aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit hatten, sich vom Alltag zu erholen und nur für kurze Zeit Sorgen und Nöte zu vergessen. Angebote für solche „Fälle“ sind rar. Das leerstehende Gebäude in Lanzerath schien ideal, um eine Idee umzusetzen, die nicht nur diesem Mangel entgegenwirken sollte.

Das Eifelhaus Lanzerath soll auch Tagungsstätte sein für Bildungs- und Freizeitangebote. Ein Haus, das seine Türen für das Außergewöhnliche öffnet. Wie einem Bauchtanzkurs unter dem Motto „Bauchtanz für Frauen mit und ohne Bauch“.  Es bietet Übernachtungsmöglichkeiten und Erholungsangebote in einer wunderschönen typischen Eifelkulisse, die zum Abschalten und Genießen einlädt. Diese bewunderten die Jungsozialen bereits vor dem Rundgang.

Der Rundgang – Einblicke ins Entstehen

Das von Außen eher unscheinbare Haus konnte den Sonnen-getränkten Bildern geschlängelter Straßen, Wiesen und Berge das Wasser reichen – auf seine Art. „Ich denke, das macht uns einfach aus – dass hier Leben drin steckt“, sagte Angelika Kohlgraf im Laufe des Tages. Damit charakterisierte sie das Eifelhaus Lanzerath treffend.

Im orientalischen Bauchtanzzimmer

Während die Jusos das Haus erkundeten, öffneten sich ihnen Türen zu Räumen, in denen Möbel gelagert wurden. Dort warten sie irgendwie erwartungsvoll wirkend bis sie auf die einzelnen Räume verteilt werden. Eine Etage ist bereits komplett möbiliert. Frische Arbeit der letzten beiden Tage, kommentierte Lena Häfner als sie uns die Übernachtungszimmer präsentierte. Das Mobiliar übernimmt der Verein aus Kompletträumungen, sortiert es vor Ort und räumt dann einzelne Zimmer ein.

Die Jusos im Garten.

So entsteht eine nette, lebendige Atmosphäre. Und Überraschungen scheinen hinter jeder Ecke zu lauern. Der mit lilafarbenen, pinken und orangen Tüchern orientalisch verzierte Raum der Bauchtanzgruppe, ein gemütliches Kaminzimmer, ein weitläufiger Garten mit Froschteichen – die Jusos sahen nur einen Teil des Areals, aber bereits dieser konnte einen bleibenden Eindruck einbrennen.  Auf einer Etage wartet eine Ansammlung von Fitnessgeräten, darauf, dass sie in ihren Raum getragen wird, an anderer Stelle suchen Vasen Verwendung. Und so macht sich im gesamten Haus eine Stimmung von ungewisser Erwartung breit. Die Jusos erlebten an diesem Samstag einen Ausschnitt des Entstehens. Die gesamte Arbeit, die dazu aufgewendet wird, ist rein ehrenamtlich. Der gemeinnützige Einsatz verleiht dem Projekt einen besonderen, einen ideellen Wert. 14 Mitglieder umfasst der „Eifelhaus Lanzerath e.V.“, darunter Steuerberater, angehende Lehrer. Der ideelle Wert der Idee, die das Haus trägt, wird besonders deutlich, macht man sich klar, dass viele Mitglieder selbst für das Projekt haften – und mit Herzenslust bereits ohne den aktiven Betrieb des Eifelhauses Projekte organisieren.

Was noch fehlt

Da wären die jährlichen Kinderzeltlager, Kinderzirkus, eine Harry Potter-Nacht. An Ideen mangelt es den Mitgliedern des Vereins wirklich nicht, auch nicht an Manneskraft oder an fachlichem Wissen. Dennoch bringen finanzielle Probleme und bürokratische Hürden das gesamte Konzept regelmäßig ins Stocken. Dazu ist es schwer den Eifelhaus Lanzerath e.V. einem „Zuschusstopf“ zuzuordnen, da er zu klein ist, um vom Land gefördert zu werden und kaum Eigenkapital zur Verfügung hat, um an Projekten wie Aktion Mensch mitzumachen.  Auf Förderungen kann der Verein also kaum zurückgreifen.

Die Idee für die Gesellschaft

Gerade hier scheint ein Projekt zu entstehen, das unsere Gesellschaft gebrauchen könnte. Ein Ort für soziale Projekte aller Art, Mittelpunkt eines Netzwerkes sowie Dreh- und Angelpunkt einer Vielfalt an Gemeinnutzen.

Gespräch in gemütlicher Umgebung - Uwe Schmitz und die Jusos werden mit Getränken versorgt.

Das Eifelhaus Lanzerath steht für die Idee, einen Erholungspunkt für finanziell benachteiligte Familien zu bieten und gerade Kindern aus sozial schwachem und bildungsfernem Milieu eine behütete Zeit zu bescheren – wie es heute schon in den Kinderzeltlagern geschieht. Es steht für die Idee, Generationen-übergreifende Stellen anzubieten. Bereits heute findet der 16-jährige Jugendliche als Betreuer ebenso Einsatz im Zeltlager wie die 70-jährige Rentnerin, die die Küche dirigiert.

Die Vielfalt an Arbeitsangeboten würde sich im Eifelhaus Lanzerath sogar vermehren, hier können auch körperlich Behinderte, sozial Abgegrenzte oder beruflich Perspektivlose eine Aufgabe für ihr Leben finden. Es steht für die Idee, einen Ort zu erschaffen, wo Seminare gehalten werden, wie die zur Vorbereitung auf die Zeltlager, wo Vereine Räumlichkeiten finden, wo kulturelles, bildendes und Freude-bringendes zusammenkommt.

 

Aufruf an alle

Der Besuch der Jusos hatte möglicherweise einen helfenden Effekt, besonders da Uwe Schmitz und Thilo Waasem, Kreistagsabgeordneter der SPD aus Bad Münstereifel, viele Ideen zur Kooperation mit anderen Projekten einbrachten. Die Jusos wollen den Kontakt mit dem Eifelhaus Lanzerath in jedem halten.

Das Eifelhaus Lanzerath ist ein lebenslanges Projekt für seine Initiatoren  und es ist ein Projekt für das Leben, weil es Miteinander fördern, helfen und Chancen bieten kann. Seine Bedeutung für die Gesellschaft ist unermesslich. Und jeder ist gefordert, seien es Einzelpersonen, die Verwaltung, Vereine, die unterstützen können oder Förderer, damit diese Idee nicht untergeht und das Leben, das in dem Projekt steckt auch die erreicht, die es benötigen.

Auch Betreuer für die Jugendzeltlager werden immer gebraucht! Hier gibt es weitere Infos für Interessierte!

Wer sich allgemein für das Engagement im Eifelhaus Lanzerath interessiert oder helfen möchte, findet weitere Infos auf der Homepage des Vereins.

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4 Kommentare

  1. Daniel D. sagt:

    Sabrina ist auf keinem Photo…schade!

  2. Danke!Danke!Danke
    Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen

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